Das junge Schriftstellerhaus

Felicitas Kaiser: „Ausatmen“

Felicitas Kaiser     Foto: Jan Münster

Ausatmen

Das All ist die große schwarze Wüste und…
Not Ist Chaos‘ Herz, totes Sinngeriss
NIrgends Chimären heute trotz Sand
NICken Hilft Treibender Suche
NICH Tief Sinnig
NICHT So
NICHTS, außer-

unperfekter schwarzer Farbe und Luft natürlich, willkürlich. Im Universum schweben die Moleküle willkürlich, das will ich so, auserkoren ungeordnet zu sein. Und… dort ist das Schwarz auch nicht perfekt. Konfekt, wie Mandelsplitter in Zartbitterschokolade, brechen da die Sterne dazwischen.

Vielleicht zwitschern oder summen sie und ich kann es nur nicht hören? Röhren und Wurmlöcher gegraben, keine Farben, die Nebel scheinen nur bunt.

Sind Schwarze Löcher rund?
Würde jemand Funk aus ihnen empfangen, wäre das Grund zum Bangen und Sorgen?

Im Universum gibt es kein Morgen und meine Wangen sind schon ganz gefroren von dem ganzen Vakuum und das ha(r)t den letzten Satz aufgesogen, das schwarze Loch die Wörter verbo(r)gen, gekrümmt;

Ein weißer Zwerg glimmt in der Ferne. Ich lungere hier nur so rum, zwischen Sternen, mach ich gerne, doch langsam ist meine Lunge am Bersten, die ersten Moleküle reißen. Universums Kühle dringt ein in die Risse, die Streifen. Ich schließe die Augen, die weißen Riesen funkeln auf der Netzhaut weiter in der Schwärze, im Dunkeln, die roten Giganten nicht minder.

Licht entsandten sie vor Jahren, zu erleuchten meine Gedanken, die langsam verblassen und nichts lassen die Toten, Nichts, außer-

© Felicitas  Kaiser. 2020

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